Zur Situation des Radverkehrs in Bad Urach

Nach der Bewertung des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) im Rahmen des Fahrradklimatests 2017 belegte Bad Urach mit Platz 61 von 65 teilnehmenden Städten Baden-Württembergs leider einen der letzten Plätze. (Bericht der SÜDWESTPRESSE vom 03. Juni 2017)

Dass die Radfahrer als schwächste Verkehrsteilnehmer hier enormen Verbesserungsbedarf sehen, dies hat jetzt eine Umfrage der Projektgruppe Radverkehr Bad Urach noch einmal bestätigt. Die Projektgruppe, die aus dem Ortsverband der Grünen Bad Urach hervorgegangen ist, besteht seit mehr als zwei Jahren und hat der Stadtverwaltung bereits 2016 ein Konzept vorgelegt. Der Gemeinderat hat daraus einige Punkte begrüßt und inzwischen auch umgesetzt. Nun fragte die Projektgruppe gezielt nach der Meinung der Bad Uracher Schulen, Elternvertretungen und Schülermitbestimmungen. Die Projektgruppe bedankt sich an dieser Stelle noch einmal für die Beantwortung mit umfangreichen Vorschlägen zur Verbesserung der Situation.

Bei den Rückmeldungen konzentrierte sich die Kritik dabei auf verschiedene Verkehrspunkte:

Die PFÄHLERSTRASSE werde von motorisiertem Verkehr zu stark frequentiert; ein gefahrloses Überqueren sei teilweise nicht möglich. Gleiches gelte im weiteren Verlauf im Bereich des Elsach-Einkaufszentrums, hier besonders in Höhe des Rewe- und Nettoparkplatzes. Erschwerend käme hinzu, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 20 km/h häufig nicht beachtet werde. Mehrfach werden in beiden Bereichen Überquerungsmöglichkeiten vorgeschlagen. Ein Gefahrenpotenzial wird auch in der NEUFFENER STRASSE im Kreuzungsbereich Ostendstraße erkannt. Hier wird die zu hohe Geschwindigkeit des PKW-Verkehrs in beide Richtungen bemängelt, die die ohnehin gefährliche Einfädelung aus den Nebenstraßen in die Neuffener Straße zusätzlich erschwert. Der GRAF-EBERHARDT-PLATZ werde vor Unterrichtsbeginn und nach dessen Beendigung durch Elterntaxi so stark frequentiert, „dass eine extrem unübersichtliche und gefährliche Situation für alle entsteht, die zu Fuß unterwegs sind“. Paradox an der Elterntaxi-Mentalität sei, dass Eltern durch dieses Verhalten geradezu die Gefahr heraufbeschwören, vor der sie sich fürchten. Die darüber hinaus erwähnte Gefahrensituation im Kreuzungsbereich IMMANUEL-KANT-STRASSE-EICHHALDESTRASSE wurde auch genannt, aber glücklicherweise durch Maßnahmen der Stadtverwaltung inzwischen erfolgreich entschärft.

Mit einem Appell an die Verantwortlichkeit der Eltern, in der nun beginnenden dunklen Jahreszeit für gute Beleuchtung zu sorgen, sollen die umfangreichen Statements an dieser Stelle abgerundet werden.

Die Projektgruppe Radverkehr Bad Urach wird die Entwicklung der Verkehrssituation weiter kritisch beobachten und begleiten , sich für die Belange aller Radler einsetzen und sich nachhaltig für ein ganzheitliches Mobilitätskonzept einsetzenDafür werden auch weitere Vorschläge gerne entgegengenommen (frieder.zuercher@online.de), um ggf. auch mit weiteren Interessierten ins Gespräch zu kommen.