Zahlenspiel

Die aktuelle Studie des Umweltbundesamtes bestätigt es: Der Deutsche hat ein hohes Umweltbewusstsein. Zwei Drittel aller Befragten glauben, dass die Umwelt nur gerettet werden kann, wenn deutlich weniger konsumiert wird. Also betrachtet er selbstkritisch seinen ökologischen Fußabdruck, verzichtet häufig auf Fleisch, greift zu regionalen Produkten, setzt rundherum auf Bio und Öko. Das ist sehr lobenswert. Er hat begriffen, dass das Zeitfenster, das die Natur noch offenhält, nur ein winziger Spalt ist. Doch an einer Stelle erhält das Umweltbewusstsein des Deutschen einen massiven Riss: bei der Mobilität. Er fliegt gerne, fährt gerne mit großen Schiffen, besonders beliebt ist das Auto.

Alleine für Mobilität verursacht er zwei Tonnen CO2 jährlich. Laut Weltklimarat darf der Mensch aber insgesamt jährlich nur zwei Tonnen verursachen, um das Klima nachhaltig zu schützen. Mit dem Jahreswert von 11 Tonnen liegt der Deutsche hier im Spitzenfeld. Ein Flug in die Karibik beispielsweise schlägt mit sechs Tonnen CO2 zu Buche. Entscheidend für das Umweltbewusstsein ist also die Gesamtbilanz. Und da rutscht der Deutsche deutlich in den roten Bereich. Karibik ja oder Nein? Niemand möchte hierbei die Urlaubsfreude trüben. Doch gibt es nicht auch in Deutschland wunderschöne Flecken? Vielleicht sogar auf der zauberhaften Schwäbischen Alb? (Frieder Zürcher)